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Neu-Abu Simbel (auch Ipsambul, Ibsambul, arab.: أبو سمبل الجديدة, Abū Simbal al-ǧadīda; frz. Abou Simbel) ist ein Ort am Westufer des Nassersees (Ägypten) ca. 280 km südwestlich von Assuan und 40 km nördlich der ägyptisch-sudanesischen Grenze. In seiner Nähe wurden die Tempel Ramses’ des Großen und der der Nofretiri wiedererrichtet; das ursprüngliche Abu Simbel ist in den Fluten des Nassersees untergegangen. Zusammen mit weiteren pharaonischen Denkmälern am Nassersee gehören die Tempel zum Unesco-Weltkulturerbe.
HintergrundAls Höhepunkt seines Tempelprogramms, als Machtdemonstration über Nubien und als Ausdruck seiner Vergöttlichung ließ Ramses II. (auch Ramses der Große; 19. Dynastie, Neues Reich) hier zwei gewaltige Tempelanlagen in den anstehenden Sandsteinfelsen anlegen, der südliche ist ihm und den Göttern Ptah, Re-Harachte und Amun-Re geweiht, der nördliche seiner Frau Nefertiri und der Hathor von Ibschek (Faras). Inschriften datieren den Bau ins 34. Regierungsjahr Ramses’ II. Insbesondere der Große Tempel betont die starke Bedeutung des Sonnenkultes. Die Tempel sind erst recht spät in das Bewusstsein der Reisenden getreten. Erst 1813 besuchte Borckhardt auf seiner Nubien-Exkursion als erster Europäer diese Tempel. Wie fast alle Denkmäler am Nil südlich des 1. Kataraktes bei Assuan wären die Tempel Opfer in den Fluten des Nasser-Stausees geworden. Ein gewaltiges Forschungs- und Rettungsprogramm der Unesco seit 1963 konnte dies verhindern. 1980 wurden beide Tempel, nun an 180 m landeinwärts gelegener und 64 m höherer Stelle wieder der Öffentlichkeit übergeben. Die Bauausführung lag in den Händen der deutschen Firma Hochtief Essen. AnreiseMit FlugzeugEgyptAir bietet Flüge von Kairo (CAI) und Assuan (ASW) an. Der Flughafen von Abu Simbel (ABS) befindet sich ca. 4 km von den Tempeln entfernt. Mit Bussen oder Taxis gelangen Sie zu den Tempeln. Mit dem AutoMomentan ist Neu-Abu Simbel für Ausländer mit einem PKW bzw. Taxi nicht erreichbar. Busfahrten in Konvois sind möglich. Es gibt mindestens einen Konvoi pro Tag, bei Bedarf mehrere. Über die Fahrzeiten informiere man sich bei der Touristenpolizei in Assuan. Es ist denkbar, Abu Simbel auch mit geländegängigen Fahrzeugen von ed-Dāchla aus durch die Libysche Wüste zu erreichen. KreuzfahrtEine Kreuzfahrt auf dem Nassersee, beginnend in Abu Simbel oder Assuan, ermöglicht zudem den Besuch anderer archäologischer Stätten am Nassersee. Die Anlegestelle der Kreuzfahrtschiffe befindet sich unterhalb des Kleinen Tempels. MobilitätStraßen führen unmittelbar bis an die Tempelanlagen heran. Sie können die archäologische Stätte mit Taxi oder Sammeltaxi von den Hotels in Abu Simbel aus erreichen. SehenswürdigkeitenBeide Tempelanlagen sind in der Zeit von 9 – 17 Uhr geöffnet, der Eintrittspreis beträgt LE 70. Großer TempelDer südlichere der beiden Tempel ist dem Ptah, Amun-Re, dem vergöttlichten Ramses II. und dem Re-Harachte geweiht. Schon die Fassade ist beeindruckend: sie ist 30 m hoch und 35 m breit. Zu beiden Seiten des Eingangs befinden sich zwei 22 m hohe Sitzfiguren Ramses’ II., eine dieser Figuren ist bereits im Altertum geborsten. Neben den Unterschenkeln sieht man seine Mutter Tuya, seine Ehefrau Nefertiri und einige Kinder. Über dem Eingang zum Tempel sieht man den falkenköpfigen Re-Harachte, der den Thron-Namen Ramses’ II., User-maat-Re, symbolisiert. An der Nord- und Südseite der Fassade befinden sich je eine kleine Kapelle, die nördliche ist als Sonnenheiligtum gedacht. Hinter dem Eingang betritt man eine erste Pfeilerhalle mit acht Osirisfigurenpfeilern des 55 m langen Tempels. Diese Halle ist 8 m hoch und 18 m lang. An den Seitenwänden befinden sich Feldzugdarstellungen, an der rechten (nördlichen) Wand die Darstellung der Qadesch-Schlacht und an der linken Wand Feldzugdarstellungen Ramses’ II. gegen die Nubier, Libyer und Syrer. An der Decke befinden sich Darstellungen des Nechbet-Geiers mit ausgebreiteten Flügeln. Am westlichen Ende der ersten Pfeilerhalle hat man Zugang zu acht Magazinräumen an den Seiten und zu einer weiteren Pfeilerhalle in der Mitte. Von dieser Pfeilerhalle erreicht man dann eine Querhalle und schlussendlich das Sanktuar mit den Göttern Ptah, Re-Harachte, dem vergöttlichten Ramses II. und Amun-Re. (Siehe unter Aktivitäten Informationen zum hiesigen Phänomen zur Tag- und Nachtgleiche). Nördlich des Tempels führt eine kleine Tür zur Kuppelhalle des wiedererrichteten Tempels. Kleiner TempelDer Kleine Tempel ist der Hathor von Ibschek (Faras) und der Nefertiri geweiht. Auch dieser 21 m lange Tempel besitzt eine beeindruckende Fassade: zu beiden Seiten erheben sich je zwei 10 m hohe Standfiguren Ramses’ II. und eine seiner Lieblingsfrau Nefertiri. Durch den Eingang betritt man eine Pfeilerhalle mit sechs Hathorpfeilern. Auf den Pfeilern ist Nefertiri vor den Göttinnen Hathor und Mut und vor Ramses II. dargestellt. Dieser Halle folgen eine Querhalle mit je einem Magazinraum an den Seiten und das Sanktuar. Am Ende des Sanktuars befindet sich eine Nische mit der Darstellung der Hathor-Kuh im Halbrelief. Weitere Denkmäler
AktivitätenTag- und Nachtgleiche (Äquinoktium)Zweimal im Jahr, vor der Versetzung am 22. Februar und am 22. Oktober, heutzutage am 21. Februar und am 21. Oktober, kommt es zu einem besonderen Schauspiel: die Strahlen der Morgensonne erreichen das Sanktuar des Großen Tempels, und die Figuren von Re-Harachte, dem vergöttlichten Ramses II. und Amun-Re werden ausgeleuchtet. Die Figur des Ptah bleibt immer im Dunkel. Das Schauspiel ist aber kein Geheimtipp mehr: im Oktober 2005 versammelten sich hier ca. 5000 Touristen, um dabei zu sein. Und wohl nur die wenigsten können es sehen. Ton- und LichtshowsDreimal täglich wird die Pyramiden-Ton- und -Licht-Show veranstaltet. Der Eintrittspreis beträgt für Ausländer LE 60.
Im Anschluss an die letzte Show kann man meist den Großen Tempel nochmals besuchen. Hinweise zum Besuch
EinkaufenKücheRestaurants finden Sie in den vor Ort befindlichen Hotels. AusgehenUnterkunft
KlarkommenIn der Siedlung von Abu Simbel gibt es u.a.
KommunizierenTelefonDie Telefonvorwahl für Abu Simbel ist 097 bzw. 002097 von Deutschland aus (dies ist ebenfalls die Vorwahl von Assuan). Seit August 2004 sind alle Telefonnummern siebenstellig, den vormals sechsstelligen Telefonnummern wurde eine 3 vorangestellt. Mobiltelefonnummern sind hiervon nicht betroffen. Weiter geht'sEin Passieren der Grenze zum Sudan ist für Ausländer gegenwärtig nicht möglich. Weblinks
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